
Die 2006 von Geert Wilders gegründete PVV funktioniert bis heute als Ein-Mitglieds-Partei (Wilders selbst). Thematisch ist sie vor allem auf Immigration, Muslim*innen und die Europäische Integration fokussiert. Mit den ersten beiden Themen trat sie die ideologische und programmatische Nachfolge des antimuslimischen Hetzers Pim Fortuyn an. Nach der Referendumsablehnung des EU-Verfassungsvertrages von 2005 konnte die PVV insbesondere mit ihrer antieuropäischen Agitation Wähler*innen und Mandate gewinnen. Ihren peak scheint sie allerdings schon etliche Jahre hinter sich zu haben. Zur EP-Wahl 2019 hatte sie überraschend zunächst gar kein Mandat errungen. Erst nach der Neuverteilung von EP-Mandaten nach dem Brexit konnte sie am 1.Februar 2020 mit einem Abgeordneten ins EP einziehen.

Das noch junge, programmatisch modernere, ideologisch aber ähnlich aufgestellte Forum voor Democratie (FvD) hat der PVV sichtlich erfolgreich Konkurrenz gemacht. 2015 erst als eine Art think tank gegründet, seit 2016 als Partei unterwegs, ist sie heute bereits ein bedeutender Bestandteil des niederländischen Parteiensystems. Es tut sich mit Positionen gegen das sogenannte Parteienkartell, gegen die Europäische Union, gegen Immigration und für Law-and-Order-Vorstellungen hervor. Dabei wird immer wieder auch explizit auf die muslimische Immigration verwiesen. In der Darstellung ist sie allerdings deutlich moderater als die vornehmlich anti-muslimisch ausgerichtete PVV. FvD war seit 2019 mit drei Mandaten im EP vertreten und dort Teil der Fraktion European Conservatives and Reformists. Ende 2020 spaltete sich das FvD, sämtliche ihrer Europaparlamentarier traten zur neugegründeten Juiste Antwoord 2021 über. Durch Übertritt des vorherigen PVV-Abgeordneten Marcell de Graaf seit Anfang 2022 wieder im EP vertreten.
Für die PVV gewählte Europaparlamentarier*innen – MEPs
Marcel de Graaf (Anfang 2022 von der PVV zum FvD übergetreten, im Oktober 2022 schließlich aus der ID-Fraktion ausgetreten und seither fraktionslos)